9. November 2009

K(l)eine Erinnerungen

Im Herbst 1989 war ich elf. Ich interessierte mich für Pferde und meine Wellensittiche, Kassetten mit wahlweise „Comedy“ oder 50er-Jahre-Schlager aufzunehmen und Radfahren. An den Tag des Mauerfalls erinnere ich mich überhaupt nicht. Es sind unzusammenhängende Bilder und Töne.

Irgendwie wusste ich, dass es ein anderes Deutschland gab, die DDR. Ich hab es hingenommen. Meine Schwester machte ihre Klassenreise früher im Jahr ‘89 nach Ost-Berlin. „Ist doch interessant, da kommt man ja sonst nicht so ohne Weiteres hin.“

Ich erinnere mich an die hitzigen Diskussionen an Sommerabenden in unserem Garten, zwischen einer deutlich kommunistisch angehauchten spanischen Freundin der Familie und meinen Eltern. Es ging um Staatssysteme. Ich schnappte auf, dass es in der DDR „nicht mal Kaffee!“ und eine irgendwie geartete Bevormundung gab. Die Freundin hatte die glühenderen, mein Vater die lauteren Argumente. Erwachsenes Gerede, das mich nicht so sehr interessierte.

In meiner Klasse gab es diesen etwas älteren Jungen. Er war im Sommer über Ungarn aus der DDR geflohen. Er war eine unglaubliche Nervensäge. Immer hibbelig, immer leicht aggressiv. Mir war er zu laut. Später hat er sich häufig öffentlich darüber geärgert, mit den Nach-Mauerfall-Ossis in einen Topf geworfen zu werden.

Ich erinnere mich daran, dass in der Stadt Tüten mit Bananen und Schokolade an Trabis gehängt wurden. Dass es Aus-, Um-, und Übersiedler gab, die man auf Campingplätzen und Schiffen zwischenbeherbergte.

Zonis gucken gehen.

Wir sind das/ein/welches Volk.

Im folgenden Sommer fuhren wir einen Tag an den Schaalsee. Die Häuser hatten einen fremden Grauton, und es war heiß. Die Erde war trocken, bröckelig und auch grau. Ich fühlte mich an einen altmodischen Film erinnert.

Danach ging es weiter, aber das sind andere Erinnerungen. Inzwischen weiß ich, welches Unrecht hinter der Mauer geschah.
Und ich freue mich, dass es diese Mauer nicht mehr gibt.

22. Oktober 2009

Ungefähr ein Jahr

„Solche Chrysanthemen mochte dein Vater gern.“-“Gelbe?“ – „Ja, die am liebsten.“

So wie meine Mutter immer noch vom „wir“ spricht – „Wir gehen ja immer dort einkaufen“, „Wir waren da einmal, aber…“, „Wir mögen…“ – teilt sie mir immer wieder unaufgefordert ihre Erinnerungen mit.

„Heute ist es ein Jahr her, vor einem Jahr ist er ins Krankenhaus gegangen. An einem Montag, die OP war am Dienstag. Am 21. war die.“
Es scheint, als arbeitete sie sich an ihren Erinnerungen ab. Als müsse sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums mögichst viel davon an mich weiter geben. Es ist ihr Weg, und er tut ihr gut.

Ich wusste, dass es ein Jahr her ist. Ungefähr. Genauer wollte ich es nicht wissen. Ich wollte nicht minutiös unser letztes Telefongespräch rekonstruieren. Ich erinnere mich auch so noch gut genug. Es tut auch so noch weh genug. Die ungewöhnliche Milde in seinen Worten, der sorgfältige Zweckoptimismus.

Lange gebeutelt und inzwischen OP-Profi, hatte mein Vater dieses Mal wirklich Angst – und er sollte recht behalten. Eine große OP, Ausgang: ungewiss, andere Chancen: keine.

Ich weiß noch, dass ich auf meinem Bett saß und ihn anrufen wollte, Mut zu sprechen. Durchatmen. Aber dann rief er selbst an. Er wollte mich „noch mal hören“. Ich habe eigentlich eher mich getröstet, dass das natürlich wegen der Apparaturen erst mal mit dem Sprechen nichts wird, aber dass wir bald, in zwei, drei Monaten bestimmt wieder normal miteinander reden können würden. Nicht schlimm. Mein Vater stimmte mir höflich zu. Aber was er wirklich dachte, sagte er nicht.

Die Ärzte würden dich nicht operieren, wenn sie nicht glauben würden, dass du eine Chance hast.

Das war mein Mantra, die ganze Zeit.

Es war das letzte Mal, dass er mit mir gesprochen hat.

29. September 2009

Heringe, Heringe, Heringe

Hering

Das sind keine Makrelen.

22. September 2009

Heute

Heute gibt es nicht viel zu sagen, außer

Danke für all die Liebe und Freude.

18. September 2009

Abgewöhnt

Jemand, der eines Tages beschließt, Vegetarier zu werden – aus moralischen Gründen – der verliert nach und nach seinen Appetit auf Fleisch. Am Anfang mag es vielleicht noch wie eine künstliche Zügelung einer als natürlich empfundenen Handlung wirken.

Fleisch fehlt.

Dann, nach einiger Zeit erscheint es nur noch wie ein unreflektiertes Ritual aus dunklen Zeiten, Fleisch zu essen. Die Erinnerung an den Geschmack verblasst, es finden sich Alternativen in Hülle und Fülle, auf die man vorher vielleicht gar nicht gekommen wäre.

Fleisch fehlt ganz und gar nicht mehr.

Es war ja nur eine lieblose Gewöhnung, mehr nicht. Und mehr als das. Der Geruch eines Steaks, der Anblick eines Mettbrötchens rufen Ekel hervor. Zwingt man diesen Jemand, nun doch mal bitte aus gesellschaftlicher Verpflichtung eine Scheibe Schinke oder ähnliches zu essen, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass Erbrechen oder zumindest Magenkrämpfe folgen werden.

Ganz genau so geht es mir mit dir. Wenn ich zufällig ein Foto von dir sehe, oder sich eine deiner hochmütigen Phrasen von irgendwo weit hinten aus meinem allerletzten Hirnwinkel in mein Bewusstsein drängt, dann reagiert mein Körper mit Abscheu. Mein Hals schnürt sich zu und ich muss mich kurz schütteln.

Ekel überkommt mich beim Gedanken an dich: eine in ranzigem Fett frittierte Bratwurst, zusammengepresst in einer Pelle aus glänzendem Darm.

7. September 2009

Fahranfänger

„Ey, du Sau, du spinnst wohl, mich überholen! Na warte, dir zeig ich’s!“ Ich trete das Gas durch und ramme meinen Vordermann. Dränge ihn von der Straße ab. „Geschieht ihm recht,“ gröhlt meine Freundin Lisa. Aufgepeitscht von krachigem Spätneunziger Crossover kreischen wir wie die Bekloppten. Ich beschleunige weiter auf 80 Meilen in der Stunde.

Meine Karre ist zerbeult, gleich fliegt meine Motorhaube weg. Irgendwelche Tonnen und Hütchen nehme ich auch mit, egal. Hauptsache nicht als letzter durchs Ziel. Und vor allem vor dem Typen in der gelben Karre.

„Den habe ich echt gefressen, diesen Glatzkopf, guck mal, der,“ nuschele ich ihr zu, ich kann mich nicht gleichzeitig auf eine gewählte Artikulation und aufs Fahren konzentrieren.

Ich bin vorher noch nie betrunken Auto gefahren. Ich trinke nichts, wenn ich fahre und fahre nicht, wenn ich trinke. Ganz einfacher Grundsatz. Heute ist es anders. Ich lasse es drauf ankommen. Denn es ist ja nur ein Spiel.

Sie hat mich ja auch überredet. Selber schuld, keiner wollte mehr ausgehen, Brettspiele hatten sie nicht. Und dann kam sie an und meinte, dass ihr Freund ein Lenkrad-und-Gaspedal-Raserspiel für den Computer hat. So’n Scheiß! Konsole spielen, oder was? Diese Verdummungskacke, ganz kurz vor den Ballerspielen, die aus pickeligen Fünfzehnjährigen Killer machen? Das ist doch nur was für Schulschwänzer und Gehirnamputierte, aber doch nicht für mich. Ich lese doch Zeitung und so! Naja, man kann es ja mal versuchen.

„Hahaa! Bleifuuuuß, sachichdir, Alter! Weg da, weg da, du Sau!“
Mein persönlicher Hassfahrer, also das Michael-Schuhmacher-Äquivalent, fährt irgendeine kleine gelbe Kiste. Der schafft es imme irgendwie vorn mitzumischen.
Aber ich gebe nicht auf. Scheißfiat, ich krieg dich, ich mach dich platt!

„Siehst du das, siehst du das?“ rege ich mich auf. „Der blockiert mich doch absichtlich, wie soll man denn da ne reelle Chance haben? Das ist doch Verarsche. Gib mir mal noch’n Schluck Wein!“ Nach Lisas Logik kann man das Spiel auch nicht gewinnen, denn: „Der Computer weiß aber auch immer, wie gut du bist, da hast du kaum ne Chance, weil der is’ dann immer besser als du.“
Das motiviert. Ich trete durch. Huiiiiii!

Auf einmal meint sie: „Eigentlich müsstest Du auch noch dabei telefonieren, das ist doch sonst nicht realistisch, wadde mal…bingleichwieddada…“. Sie stolpert in den Flur und bringt mir das Drahtlose, einen Klopper von Siemens, den ich mir abwechselnd unters Kinn klemme und in der Hand haltet. Noch’n Schluck Wein. „Guck mal, freihändig!“ Lisa grinst und nickt. „Lass mich auch mal, lass mich auch mal!“

Aber schon höre ich ihr nicht mehr zu, wieder rein in den Wald, gegen die Leitplanke, scheißegal, das gibt Punkte, kann ich mehr Gas geben, so kriege ich die gelbe Sau doch noch, harhar!

Und so geht es weiter und weiter. Wir wechseln uns ab. Lisa ist durchweg schneller als ich, aber klar, sie fährt ja auch öfter betrunken Auto. Du Affenarsch! Du Sausack! Arschloch! Wir sind Hulk am Lenkrad. Wir sabbern. Wir fluchen. Ich halte ihr die Augen zu und sage „Links, rechts, nein, scheisse, doch links meine ich!“ – zu spät, ihre Fahrerfigur fliegt schreiend aus dem Auto. Alles ohne Blut, aber wir sind doch einen kurzen Moment schockgefrostet. Ich bin wieder dran. Mit Knien. Mit Näckellackieren. Prost. Und ich wickele mich um einen Baum.

„….du Idiot, scheiße, manno.“

Irgendwann hat es keinen Spaß mehr gemacht. Ich konnte die Strecke irgendwie nicht mehr richtig erkennen. Bin dauernd rückwärts gefahren. Dann bin ich direkt im Straßengraben eingeschlafen.

Am nächsten Morgen beim Frühstück hatten wir Kopfschmerzen. Und haben uns ganz furchtbar geschämt. Irgendwann habe ich das peinliche Schweigen gebrochen: „Meinst du, das Spiel gibt es auch fürs Einparken?“

30. August 2009

Ist Sprache redundant?

Ein kleines Café im Univiertel.

Sie1 so: Einen Kaffee zum mitnehmen bitte.
Sie2 so (ungläubig): Einen ganz normalen?
Sie1 so: Ähm, ja. … Nur’n bißchen Milch, bitte.
Sie2 so: To go?
Sie1 so: Ja.

21. August 2009

Der Industriegärtner

Ich erinnere mich noch gut an die erste Nacht des Jahres, in der wir plötzlich von Vogelgesang und Silberstreifen ertappt wurden. Wir hatten auch zum ersten Mal Kerzen angezündet, um ein bisschen „Atmosphäre“ zu schaffen.

Alex, ein alter Freund meines Mitbewohners, war bei uns übers Wochenende zu Besuch. Er war noch keine einundzwanzig, aber der Kummer hatte ihm schon mindestens acht bis zehn Jahre ins Gesicht gemalt. „Come on, die young“ hatte er sich in fetten, schwarzen Buchstaben auf den linken Unterarm tätowieren lassen. Seine Eltern, ein Motorradunfall, Mutter tot und Vater schwerstverletzt. Ausgerechnet zu Weihnachten, letztes Jahr. Alex gab das Studium auf und ging zurück nach Brighton. Er kümmerte sich um seinen Vater, hielt die Familie zusammen, schluckte den Schmerz runter, ja er saugte ihn geradezu auf. Saugte jeden Schmerz aus seiner Umgebung weg. Er wurde Gärtner, eigentlich nicht Gärtner, sondern nur jemand, der Bäume und Hecken stutzte und auf einem großen Rasenmäher herumfuhr und tonnenweise Herbstlaub zusammenzuharken hatte.
Industriegärtner, so nannte er das, denn er pflegte das Grundstück eines großen Chemiewerks, das sich mittels repräsentativer Rasenanlagen einen ökologisch-glaubwürdigen Anstrich geben wollte.

Seine Stoffschuhe waren grasgrün, ansonsten gab es an seinem Äußeren keine Indizien, die auf Gärtner schließen lassen konnten.
„Diese Farbe würde ich auch nehmen für die Schuhe“, sagte ich zu ihm, nachdem wir von der Party wieder nach Hause gekommen waren. Er lächelte nur und meinte:“ Ja, das ist die beste.“
Wir hörten unerträgliche Experimentalmusik, aber in dem Augenblick erschien uns das gar nicht so. Er drehte sich eine Zigarette, seine Fingernägel waren sehr kurz. Keine Spur von Gartenerde.
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, denn meine Freunde hatten mir die ganze Story schon erzählt. Ich kannte Alex’ Drama: ein begabter Student, der jetzt Rasen mähte und Anträge für Bettpfannenbewilligungsgelder ausfüllen musste. Ich sah ihn am Krankenbett sitzen, die verschlauchte Hand seines Vaters halten, ich sah, wie er allein am und mit versteinertem Gesicht an diesem Grab stand, einen Tag nach Weihnachten, und er den eisigen Wind nicht spürte, der ihm durch den Mantelkragen pfiff. Ich wusste, dass er gar nichts mehr spürte: nicht die traurigen Blicke seiner Freunde, nicht den Schmerz um die Mutter und auch nicht die Nadeln, die ihm die Farbe unter die Haut stachen. Er war einfach leer.

„Hast du eigentlich auch mal hier studiert?“ fragte ich zögerlich. Ich wusste es ja, es tat mir so leid für ihn.
„Ja,“ sagte er. „Aber ich bin letztes Jahr wieder zurück nach Brighton.“
Weil meine Mutter gestorben ist und mein Vater ein Krüppel, sagte er nicht.
„Vermisst du die Uni manchmal?“ – „Ach nee, eigentlich nicht. Ich bin ganz gern dort, zuhause. Wir wohnen ja ein bisschen außerhalb, das ist recht ruhig. Man kann sich erholen. Ansonsten ist die Stadt ziemlich rummelig. Im Sommer die Touristen am Meer und, naja, natürlich jederzeit die ganzen Clubs.“ Er grinste und ich dachte mir, dass er viele der Clubs natürlich nicht nur vom Hörensagen kannte. Ich grinste auch.

Alex wirkte gelassen und entspannt. Er nahm einen Zug von seiner Zigarette und lehnte den Kopf an die Wand, als er den Rauch wieder ausblies.
Ich sah ihn an der Uni herumlaufen, einen dicken Stapel Bücher unter dem Arm. Nein, dachte ich, das passt nicht. „Willst du vielleicht mal zurück an die Uni?“. Er lehnte sich zu mir vor und sagte: „Nein. Ich mag meinen Job. Ich bin den ganzen Tag draußen und kann frische Luft atmen. Das gefällt mir gut. Ich mag es auch, früh aufzustehen, wenn sonst kein anderer wach ist. Ich liebe es, zu zu sehen, wie etwas wächst. Auch wenn es nur das Unkraut ist, dass ich eigentlich wegnehmen muss. Weißt du, ich beobachte das Unkraut. Ich kontrolliere den Garten ja jeden Tag. Ich sehe es sofort, wenn irgendwo etwas wächst, was da nicht hingehört. Eigentlich muss ich alles, was man sehen kann, gleich ausrupfen. Aber in meinem hinteren Abschnitt, da lass ich sie. Mal drei Tage, mal ’ne Woche, ich lass sie einfach wachsen. Das merkt ja keiner. Aber irgendwann müssen sie dann weg. Manchmal schaffen die Pflänzchen es, zu blühen. Und egal was passiert, sie kommen immer wieder. Sie wachsen einfach. Sie leben. Immer. Das ist so toll.“ Und er sah mir fest in die Augen, um auch meinen letzten Zweifel zu zerstreuen.

Ja, dachte ich, Alex, du hast recht. Die Vögel singen, die Blumen, auch die Unkräuter! wachsen. Die Sonne geht auf und unter und auf. Es geht weiter. Es kommt nicht darauf an, dass alles glatt und nach Plan läuft.

Der Silberstreif war in der Zwischenzeit zu einem Zartblau angewachsen. Man konnte die Sterne nicht mehr sehen. Nur einen halben Mond, der blass im Westen Osten hing. Es war sieben Uhr morgens, und es sah danach aus, dass es ein angenehm warmer Tag werden würde.

„Ich muss langsam mal schlafen“, sagte ich. „Wenigstens ein bisschen, bevor es Mittag ist.“ Alex lachte. „Ja, das stimmt wohl. Gute Nacht, oder so, ich mein, was davon übrig ist….also, äh, schlaf gut!“ Ich stand auf und überlegte kurz. „Sag mal, Alex, hättest du nicht Lust, nachher vielleicht mit schwimmen zu gehen?“ – „Doch, klar. Sehr gern sogar. Weck mich einfach auf, wenn du los willst, ja?“

(November 2005)

18. August 2009

Versprochen, gebrochen

„Und als ich Christian und Nina zu Weihnachten besucht hab, da war der ganze Eppendorfer Weg frei. Überall Parkplätze! Und dann fiel mir ein: die sind jetzt alle bei ihren Familien, das sind alles keine Hamburger, die da wohnen. Von denen sagt niemand mehr Rundstück.“

Zuerst:
Kir (alt)
Tanzhalle
Schilleroper
Weltbühne, Echochamber
Mojoclub
div. Beachclubs

Sicher, stetig ist nur der Wandel. Die Zeiten, in denen man nur die eine Straßenseite des Schulterblattes betreten konnte, weil einem die recht öffentliche Drogenszene auf der anderen doch etwas Unbehagen bereitete, wünscht sich niemand zurück. Aber man wird das Gefühl nicht los, dass Provinzialisierung und Gleichmacherei gerade sehr envogue sind in dieser Stadt.

Jetzt auch noch:
Astrastube
Waagenbau
Fundbureau

Und dann? Nichts lebt mehr, in jede Lücke wird ein teurer Eigentumsklotz gequetscht. Es wird alles schön berechenbar, schön eingezäunt und zahm. Milchkafee überall.
Kultur ist nichts kreativ-unordentliches, gar gefährliches mehr, sondern ein blitziblanker Standortvorteil.
Bands haben heutzutage Schwierigkeiten, einen Probenraum zu finden. Aber schön, dass das vor über 40 Jahren noch anders war und dass man sie heute dafür nett in ein Museum stellen kann.

Ach ja: dieses Versprechen ist auch schon länger überpinselt:
Hamburg bleibt dreckig.

14. August 2009

Real Life is Here

Real Life is Here

Die Schuhe hab ich nicht mehr. Das echte Leben schon.