Archiv der Kategorie: Makrelen

Es wird Herbst.

All work and no play...

Fahrrad winterfest machen. Mantel anziehen. Handschuh suchen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Fundstück, Makrelen

Stromausfall

Gestern Abend, kurz nach 23 Uhr, machte es lautlos „fipp“ und der Strom war weg. Oh, ein Lob an dich, du lauer, sternenklarer Sommerabend! Die Vögel singen, die Luft noch warm vom Tag…
Kein Strom? Das heißt auch: kein Fernseher, kein Internet, kein Telefon. Endlich Ruhe und Zeit, Herzchenaugen, hach. Berichte über legendären Babyboom 9 Monate danach gehören zum Standard des urbanlegendären Erzählinstrumentariums, so dass das Stichwort Stromausfall irgendwie selbst zur erogenen Zone wird. Kerzenlicht, Stille – und ich bin damit beschäftigt, meinen Kühlschrank zu zertrümmern. Denn er hat einen Spannungsverlustwarner (sic!), der ultraschrille Piepstöne von sich gibt, sollten die Kühltemperaturen mal ein Fitzelchen absinken. Allein, dieser Spannungsverlustwarner hat keinen Ausschalter. Warum auch? Ist ja auch mindestens so wichtig wie ein Höhenmesser im Flugzeug. Und dass er keinen Saft hat, interessiert den Liebherr nicht im geringsten. Das Ding ist offziell tot, Flatline-piiiiiiiiiiep- aber schreien kann es noch. Pieeep, pieeep, pieeeep…sei still! Sei still! Stii-hiilll!! Würdest du endlich still sein bitte!??!! Piiieep, pieeep, lachte er, und gurgelte ein leises „I’m afraid, I can’t do that“. Um Mitternacht war das Licht wieder da, der Kühlschrank beruhigte sich wieder. (Bis er endlich still war, dauerte es noch ein paar Grad.)

Seit Jahren bin ich schon der Meinung, dass es für alles im Leben irgendeine entsprechende Folge Friends gibt. Hier der Beweis für meine Episode gestern: Phoebe’s Fire Alarm.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Makrelen, Modernism

Eis kann ganz schön hart sein, wenn man fällt

Nun war das Wetter ja die meiste Zeit des zurück liegenden immer noch andauernden Winters zu kalt, zu verschneit, kurzum: zu wenig eisbahntauglich. Die Alster war diese Saison die wahre Eisprinzessin.

Ich kann also eigentlich gar kein repräsentatives Bild zeichnen, aber „die Eisbahn“ scheint mir wirklich irgendwie nicht mehr so wie früher zu sein. Gut, früher war die Welt groß undsoweiter, aber, aber Folgendes: ich war ja schon leicht misstrauisch als schon vor dem Gelände massentauglicher Indie blecherte, anstelle des erwarteten, gepflegten, UtzzzUtzzzUtzzzz, auf das man sich insgeheim ja immer auch freut. So eine Art auditive Wartezimmerzeitschrift.
Dann das halbe Dutzend Eisbahnproleten, das seine Tricks vollführte, wie z.B. um die eigene Hand zu zirkeln, aber immer höflich auswich, wenn unsereins halbsicher daran vorbei schoss. Sind die nicht früher immer viel krawalliger gewesen?
Im abgetrennten Bereich übten die Vereinsmeier ihre Pirouetten, ließen sich triezen oder übten, übten, übten einfach nur ihre Kür mit iPod.
Alles war so friedlich und harmonisch, wenig geschmacklos, und auch die üblichen Bahnstarrer (normalerweise pubertäre Jungsgruppen, inkl. einiger lautstark ausgeführter Inititionsriten usw.) gehörten nicht zum Inventar. Ja, wo waren wir denn? Dienstag, 20:30 Uhr? Kunsteisbahn Wallanlagen?

Ich hatte leider keine Zeit, die gerade verstrichenen Olympischen Winterspiele annähernd zu verfolgen, aber vielleicht wäre ich ja nicht so überrascht gewesen, hätte ich mich mal mehr mit dem heutigen Standard des Leistungssports Eiskunstlaufen oder auch Eistanz befasst:

(via)

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Makrelen

Geh weg!

Warten.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Makrelen

Spülmaschine, Geschirrspüler, Potato, Potato!

Ich sage sie: die Spülmaschine! Seit heute ist sie da!
Man sollte sie aber eigentlich „die Friedensbringerin“ nennen.

Wann immer Menschen zusammen leben, gibt es wohl zwangsläufig irgendwann Gezänk über den Abwasch. Man wundert sich zunächst, wieviel Dreck z.B. nur zwei Personen anhäufen können, wenn sie etwa nur einmal am Wochenende fein kochen. Oder, man ist eigentlich die ganze Woche unterwegs – wo kommt das dreckige Geschirr her, bei den Arbeitszeiten, herrjeh noch mal? Ich bezweifle auch nicht, dass in manchem Beziehungsstreit nur deswegen Teller fliegen, weil man sich dann den Abwasch spart…aber das ist nur eine Vermutung.
Meine Anekdote zum Thema ist aus meiner Zeit in Southampton, wo ich in einer WG mit drei Jungs zusammen wohnte, die ein sehr entspanntes Verhältnis zum Abwasch hatten, frei nach dem Motto „mach ich’s heut nicht, machst du’s morgen“. Da hatten meine Spülhände ihre wohl härtesten Zeiten. Ich werde nie vergessen, wie ich nach den Weihnachtsferien zurückkehrte und meinem Mitbewohner beim Anblick neuerlicher krustiger Tellertürme halb weinend, halb maulend zujammerte: „I had a dishwasher back home!“ und er nur entgegnete „What should I say? Back home, we have a maid!“
Gut, das erklärt vielleicht seinen nicht ganz ausgereiften Umgang mit der Thematik Haushalt an sich, aber das ist auch eine andere Geschichte. Und ja, kein Witz, das mit der Maid. Es waren etwas adelige Verhältnisse bei ihm.
Sagen will ich eigentlich nur Folgendes: da ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft kein Hauspersonal engagieren werde – ach, gutes Personal ist ja heutzutage auch so schwer zu bekommen!- ist diese Spülmaschine der Gipfel des erreichbaren Luxus für mich.
Ich bin glücklich!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Makrelen

Und wieder eins weg.

Wie kürzlich in den Regionalmedien zu lesen war, hat schon wieder ein Kino in Hamburg geschlossen.

Das Passage-Kino in der Mönckebergstraße gehörte nicht gerade zu meinen bevorzugten Kinos. Zum allergrößten Teil, weil ich synchronisierte Filme einfach nicht leiden kann – ich finde sie eine deutliche Schmälerung der Leistung eines Schauspielers und eine Beleidigung an den Intellekt des Zuschauers – zum anderen, nun ja, die Lage. Als bekannte und deutlich überschätze Haupt-Shoppingzone Hamburgs hat die Mönckebergstraße schon tagsüber kein anziehendes Ambiente zu bieten. Nach dem Film dann nur noch dunkle Schaufenster diverser Ketten, verödete Straßen und ein bisschen Präriegras, das über die Straße rollt. Ich kann mir Besseres vorstellen, als an einem Sonntagabend um 22:30 Uhr noch einen Absacker bei McDonald’s oder Starbucks zu nehmen und den gerade gesehenen, schlecht synchronisierten Film Revue passieren zu lassen.
Ein weiteres großes Manko des Passage waren seine Säle 2 und 3: Schuhschachtel und Hutschachtel. Hier zwängte man sich rein, wenn man die drei Tage bis zum DVD-Release nun wirklich nicht mehr warten konnte.
ABER!
Aber der GROSSE Saal war ein Kinotraum: die lila Plüschsessel! Die goldenen Vorhangstickereien! Die ausklappbare Leinwand! Der verschwenderische Umgang mit Glühbirnen!
Und ein Foyer mit Springbrunnen!
Erdacht und gebaut in einer Zeit, in der Kino noch etwas anderes war als heute.

Passage-Kino

Schade, Passage, dass wir uns so selten getroffen haben. Es tut mir leid, dass Du nun weg bist und an Deine Stelle, nach Deiner Ausweidung, vielleicht noch so ein Filialkettenramschladen, für den die Mönckebergstraße so geliebt wird, tritt.

Und schade, Ihr anderen Kinos, dass ich Euch nie besuche. Aber vielleicht mache ich das öfter, wenn Ihr mal bessere (und unverstümmelte) Filme zeigen würdet?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Makrelen

K(l)eine Erinnerungen

Im Herbst 1989 war ich elf. Ich interessierte mich für Pferde und meine Wellensittiche, Kassetten mit wahlweise „Comedy“ oder 50er-Jahre-Schlager aufzunehmen und Radfahren. An den Tag des Mauerfalls erinnere ich mich überhaupt nicht. Es sind unzusammenhängende Bilder und Töne.

Irgendwie wusste ich, dass es ein anderes Deutschland gab, die DDR. Ich hab es hingenommen. Meine Schwester machte ihre Klassenreise früher im Jahr ’89 nach Ost-Berlin. „Ist doch interessant, da kommt man ja sonst nicht so ohne Weiteres hin.“

Ich erinnere mich an die hitzigen Diskussionen an Sommerabenden in unserem Garten, zwischen einer deutlich kommunistisch angehauchten spanischen Freundin der Familie und meinen Eltern. Es ging um Staatssysteme. Ich schnappte auf, dass es in der DDR „nicht mal Kaffee!“ und eine irgendwie geartete Bevormundung gab. Die Freundin hatte die glühenderen, mein Vater die lauteren Argumente. Erwachsenes Gerede, das mich nicht so sehr interessierte.

In meiner Klasse gab es diesen etwas älteren Jungen. Er war im Sommer über Ungarn aus der DDR geflohen. Er war eine unglaubliche Nervensäge. Immer hibbelig, immer leicht aggressiv. Mir war er zu laut. Später hat er sich häufig öffentlich darüber geärgert, mit den Nach-Mauerfall-Ossis in einen Topf geworfen zu werden.

Ich erinnere mich daran, dass in der Stadt Tüten mit Bananen und Schokolade an Trabis gehängt wurden. Dass es Aus-, Um-, und Übersiedler gab, die man auf Campingplätzen und Schiffen zwischenbeherbergte.

Zonis gucken gehen.

Wir sind das/ein/welches Volk.

Im folgenden Sommer fuhren wir einen Tag an den Schaalsee. Die Häuser hatten einen fremden Grauton, und es war heiß. Die Erde war trocken, bröckelig und auch grau. Ich fühlte mich an einen altmodischen Film erinnert.

Danach ging es weiter, aber das sind andere Erinnerungen. Inzwischen weiß ich, welches Unrecht hinter der Mauer geschah.
Und ich freue mich, dass es diese Mauer nicht mehr gibt.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Makrelen