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Versprochen, gebrochen

„Und als ich Christian und Nina zu Weihnachten besucht hab, da war der ganze Eppendorfer Weg frei. Überall Parkplätze! Und dann fiel mir ein: die sind jetzt alle bei ihren Familien, das sind alles keine Hamburger, die da wohnen. Von denen sagt niemand mehr Rundstück.“

Zuerst:
Kir (alt)
Tanzhalle
Schilleroper
Weltbühne, Echochamber
Mojoclub
div. Beachclubs

Sicher, stetig ist nur der Wandel. Die Zeiten, in denen man nur die eine Straßenseite des Schulterblattes betreten konnte, weil einem die recht öffentliche Drogenszene auf der anderen doch etwas Unbehagen bereitete, wünscht sich niemand zurück. Aber man wird das Gefühl nicht los, dass Provinzialisierung und Gleichmacherei gerade sehr envogue sind in dieser Stadt.

Jetzt auch noch:
Astrastube
Waagenbau
Fundbureau

Und dann? Nichts lebt mehr, in jede Lücke wird ein teurer Eigentumsklotz gequetscht. Es wird alles schön berechenbar, schön eingezäunt und zahm. Milchkafee überall.
Kultur ist nichts kreativ-unordentliches, gar gefährliches mehr, sondern ein blitziblanker Standortvorteil.
Bands haben heutzutage Schwierigkeiten, einen Probenraum zu finden. Aber schön, dass das vor über 40 Jahren noch anders war und dass man sie heute dafür nett in ein Museum stellen kann.

Ach ja: dieses Versprechen ist auch schon länger überpinselt:
Hamburg bleibt dreckig.

Update, November 09:
Für eine Handvoll Jahre scheint es doch noch weiter zu gehen, nachzulesen u.a. hier.

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